Eistee selber machen: 5 Rezepte ohne Zucker
33 Gramm Zucker pro halber Liter - so viel steckt im Fertig-Eistee
Ein handelsüblicher Eistee aus dem Supermarkt enthält im Schnitt 6 bis 8 Gramm Zucker pro 100 ml. Bei einer 500-ml-Flasche sind das bis zu 40 Gramm Zucker - mehr als in einer Dose Cola. Wer regelmäßig Eistee trinkt und Wert auf seine Gesundheit legt, hat eine naheliegende Option: Eistee selber machen.
Geht schneller als gedacht.
Wir bei Fio Tea trinken in den Sommermonaten täglich selbstgemachten Eistee - mit grünem Tee, Früchtetee, Pfefferminze. Ohne Zucker, ohne Aromen, ohne Konservierungsstoffe. Nach jahrelanger Arbeit mit hochwertigen Teesorten im Schwarzwald haben wir festgestellt: Die richtige Teesorte braucht keinen Zucker, um erfrischend zu schmecken. Im Gegenteil - natürliche Fruchtsäuren, ätherische Öle und ein Hauch Zitrone machen Eistee so gut, dass selbst überzeugte Süßtrinker nichts vermissen.
Hier kommen unsere 5 Lieblingsrezepte.
Rezept 1: Grüner Tee Kaltaufguss - der sanfte Klassiker
Kaltaufguss bedeutet: kein heißes Wasser, keine Bitterstoffe, keine Eile. 8 bis 12 Stunden Ziehzeit im Kühlschrank ergeben einen Eistee, der so mild und süßlich ist, dass man kaum glaubt, er ist ungezuckert.
Zutaten für 1 Liter:
- 4 TL hochwertiger grüner Tee (z. B. Sencha oder Gyokuro)
- 1 Liter kaltes Wasser
- Optional: Scheiben einer Bio-Zitrone
Zubereitung: Teeblätter direkt in eine Glaskaraffe geben, mit kaltem Wasser auffüllen, Deckel drauf, über Nacht in den Kühlschrank stellen. Am nächsten Morgen abseihen und kalt genießen.
Warum kalt? Heißes Wasser löst Bitterstoffe und Catechine schnell heraus - bei niedrigen Temperaturen erfolgt die Extraktion langsamer und selektiver. Die Süße des Tees tritt stärker hervor, weil die Bitternoten zurückbleiben. Wer den grünen Tee lieber heiß aufgießen möchte, findet in unserem Teewissen-Artikel über grünen Tee Zubereitung alle Details zu Temperaturen und Ziehzeiten.
Unsere Meinung: Entgegen vielen Ratschlägen braucht ein guter Sencha keine Minze, keine Gurke, kein Zimt. Ein exzellenter grüner Tee schmeckt kalt pur am besten - jede Zutat übertüncht seine feinen Aromen.
Rezept 2: Früchtetee-Eistee mit Beeren
Früchtetee ist von Natur aus intensiv und fruchtig aromatisiert. Als Eistee ergibt er eine leuchtend rote oder bernsteinfarbene Flüssigkeit, die nach Sommer aussieht und schmeckt - ganz ohne Zusatzstoffe.
Zutaten für 1 Liter:
- 3 EL Früchtetee (z. B. Waldbeere, Hagebutte oder Hibiskus-Mischung)
- 700 ml heißes Wasser (90-100 °C)
- 300 ml kaltes Wasser oder Eiswürfel
- Optional: frische Beeren zum Garnieren
Zubereitung: Früchtetee 8 Minuten stark ziehen lassen, dann abseihen. Direkt mit 300 ml kaltem Wasser oder Eiswürfeln verdünnen. Kühl stellen oder sofort über viel Eis servieren.
Früchtetee enthält natürliche Fruchtsäuren - Hibiskus zum Beispiel bringt Zitronensäure mit, die eine leichte Spritzigkeit erzeugt und den Tee ohne Zucker interessant macht. Die Säuren können außerdem dabei helfen, den Durst effektiver zu stillen als gesüßte Getränke. Mehr über die Eigenschaften von Früchtetee erklärt unser Teewissen-Artikel über Früchtetee Zubereitung.
Tipp: Je stärker der Aufguss, desto intensiver der Geschmack nach dem Verdünnen. Lieber zu stark als zu schwach ziehen lassen.
Rezept 3: Pfefferminz-Gurken-Eistee
3 Minuten Ziehzeit. Das reicht für Pfefferminze vollkommen aus.
Länger ist kein Vorteil - im Gegenteil: Zu lange gezogener Pfefferminztee kann bitter und scharf werden. 3 Minuten ergeben ein frisches, kühles Getränk mit angenehmem Mentholton.
Zutaten für 1 Liter:
- 4 TL getrocknete Pfefferminze (oder 4 frische Pfefferminzzweige)
- 700 ml kochendes Wasser
- 300 ml kaltes Wasser oder Eiswürfel
- 5-6 dünne Gurkenscheiben
- Optional: Saft einer halben Limette
Zubereitung: Pfefferminze 3 Minuten abgedeckt ziehen lassen, abseihen, sofort mit kaltem Wasser oder Eiswürfeln verdünnen. Gurkenscheiben und Limettensaft dazugeben, 30 Minuten durchziehen lassen.
Gurke klingt ungewöhnlich - schmeckt aber. Die Gurke gibt eine leichte Frische ab, die das Mentholton der Pfefferminze ergänzt, ohne es zu überlagern. Wir empfehlen Bio-Gurken, damit die Schale mit hineinkann. Das macht optisch mehr her.
Mentholhaltiger Pfefferminztee kann das Frischegefühl beim Trinken verstärken und ist an heißen Tagen angenehm kühlend. Er eignet sich auch für Kinder ab 12 Jahren - bei Kleinkindern und Säuglingen ist Vorsicht geboten, da Menthol in größeren Mengen die Atmung beeinflussen kann.
Rezept 4: Hibiskus-Zitrus-Eistee
Hibiskus ergibt einen der schönsten Eistees überhaupt: tief rubinrot, leicht säuerlich, mit einer natürlichen Adstringenz, die ihn ohne Zucker komplex und interessant macht.
Zutaten für 1 Liter:
- 2 EL getrocknete Hibiskusblüten
- 800 ml kochendes Wasser
- 200 ml frisch gepresster Orangensaft (ca. 2 Orangen)
- 1 Bio-Orange in Scheiben
- Optional: ein kleines Stück frischer Ingwer
Zubereitung: Hibiskus 10 Minuten ziehen lassen (ruhig länger als andere Sorten - er wird nicht bitter). Abseihen, abkühlen lassen. Orangensaft unterrühren, Orangenscheiben und Ingwer dazugeben. Mindestens 1 Stunde kühl stellen.
Hibiskusblüten enthalten Anthocyane - das sind Pflanzenpigmente mit antioxidativen Eigenschaften, die Studien zufolge auf den Blutdruck wirken könnten. Laut einiger Untersuchungen kann regelmäßiger Hibiskuskonsum bei erhöhtem Blutdruck eine unterstützende Wirkung haben. Kein Medikament, aber ein schöner Nebeneffekt eines ohnehin köstlichen Tees.
Der Orangensaft bringt natürliche Süße. Kein einziges Gramm zugesetzter Zucker nötig.
Rezept 5: Schwarztee-Pfirsich-Eistee
Das ist der Eistee, den unsere Kunden am häufigsten nachmachen wollen. Unsere Kunden berichten häufig, dass er der erste selbstgemachte Eistee war, der ihnen wirklich besser als die Flaschenware geschmeckt hat.
Zutaten für 1 Liter:
- 3 TL Assam- oder Ceylon-Schwarztee
- 750 ml kochendes Wasser
- 2 reife Pfirsiche
- Saft einer halben Zitrone
- Optional: 3-4 frische Basilikumblätter
Zubereitung: Schwarztee 4 Minuten ziehen lassen, nicht länger - Gerbstoffe machen den Tee sonst unangenehm herb. Abseihen. Pfirsiche klein schneiden, mit Zitronensaft pürieren oder durch ein Sieb drücken. Pfirsichpüree unter den noch warmen Tee mischen, dann auf Eiswürfeln abkühlen. Basilikum nach Belieben hinzufügen.
Reife Pfirsiche bringen so viel natürliche Süße, dass der Tee vollständig ohne Zucker auskommt. Das funktioniert jedoch nur mit wirklich reifen Früchten - wässrige, unreife Pfirsiche geben kaum Aroma ab. Daumenregel: Der Pfirsich muss so riechen, als hätte man schon hineingebissen.
Eine Messerspitze Zitronensäure (als Pulver aus dem Backwarenregal) kann den gleichen Effekt wie Zitronensaft erzielen, ohne das Aroma zu verändern - ein Trick aus professionellen Teebars.
Die 3 wichtigsten Grundregeln für Eistee selber machen
Erstens: Stark aufgießen. Wer Eistee mit Eis serviert oder Wasser zum Abkühlen hinzufügt, verdünnt den Tee. Also mit 50 bis 70 Prozent der üblichen Wassermenge aufgießen, dann verdünnen.
Zweitens: Richtig abkühlen. Nie heißen Tee in den Kühlschrank stellen. Erst auf Zimmertemperatur abkühlen lassen, dann Eiswürfel hinzufügen oder kalt stellen. Heißer Tee direkt im Kühlschrank kann die Kühlkette anderer Lebensmittel gefährden.
Drittens: Frisch trinken. Selbstgemachter Eistee ohne Konservierungsstoffe hält im Kühlschrank maximal 2 bis 3 Tage. Danach verliert er Aroma - und bei Früchtetee mit Fruchtzusätzen kann Schimmelbildung ein Thema werden.
Wer einmal mit selbstgemachtem Eistee angefangen hat, kauft selten zurück. 40 Gramm Zucker weniger pro Flasche, deutlich mehr Geschmack, und das Gute: Man weiß genau, was drin ist.