Tee gegen Halsschmerzen: Sanfte Kräutertees für kalte Tage
Wenn es draußen kalt wird, wandert die Teetasse in die Hand
Der Hals kratzt, die Stimme klingt rau, und draußen ist es ungemütlich. Halsschmerzen gehören laut Daten des Statistischen Bundesamts zu den häufigsten Gründen für Arztbesuche in Deutschland: Über 8 Millionen Menschen suchen jährlich deshalb eine Praxis auf. Gerade in der kalten Jahreszeit kennt fast jeder solche Tage.
Viele machen es sich dann zuhause gemütlich. Und dazu gehört für die meisten eine Tasse Tee.
Eine warme Tasse in den Händen tut an kalten Tagen einfach gut, und das langsame Trinken in kleinen Schlucken ist für viele ein vertrautes Ritual. Wir bei Fio Tea erleben das jeden Herbst: Wenn die Temperaturen unter zehn Grad fallen, wird Salbei zu unserem meistgefragten Kräutertee überhaupt, noch vor Kamille, noch vor Ingwer.
Welche Sorten in dieser Zeit besonders beliebt sind, wie sie schmecken und worauf Sie bei der Zubereitung achten sollten, darum geht es hier.
Salbeitee: Würziger Klassiker aus dem Kräutergarten
9 von 10 Ratgebern nennen Kamille zuerst. Dabei hat Salbei eine mindestens ebenso lange Tradition und einen deutlich markanteren Charakter.
Salbei (Salvia officinalis) enthält Gerbstoffe sowie ein ätherisches Öl mit Thujon und Cineol. Die Gerbstoffe geben dem Tee seine leicht herbe, fast pelzige Note, das ätherische Öl sorgt für den würzigen, kampferartigen Duft. Der Name leitet sich vom lateinischen “salvare” ab, und in mittelalterlichen Klostergärten gehörte Salbei zum festen Bestand. Salbei wird zudem wissenschaftlich untersucht, unter anderem in einer Arbeit von Hubbert et al. im European Journal of Medical Research (2006).
Salbeitee zubereiten: Einen Teelöffel getrocknete Salbeiblätter auf 200 ml kochendes Wasser, fünf bis sieben Minuten abgedeckt ziehen lassen. Dann abseihen.
Jetzt kommt der Schritt, den die meisten überspringen: den Tee nicht hinunterstürzen, sondern in kleinen Schlucken trinken. So entfaltet sich das würzige Aroma am Gaumen viel besser. Wer den herben Geschmack zu kräftig findet, mischt Salbei mit etwas Zitronenmelisse oder gibt einen Teelöffel Honig dazu.
Wichtig: Schwangere sollten wegen des Thujongehalts auf Salbeitee verzichten und im Zweifel ärztlichen Rat einholen.
Kamillentee: Der Klassiker mit langer Geschichte
Kamille ist kein exotischer Geheimtipp. Aber sie ist vielseitig, mild im Geschmack und bei fast allen beliebt.
Die Kamillenblüte enthält das Flavonoid Apigenin und ein ätherisches Öl mit Bisabolol und Chamazulen. Zusammen sorgen sie für das typische, leicht süßliche Aroma, das an Heu und Honig erinnert. Schon im Mittelalter wurde Kamille in Klostergärten angebaut und in der Volksheilkunde verwendet. Wer mehr über Inhaltsstoffe und Hintergründe erfahren möchte, findet in unserem Teewissen-Artikel über Kamillentee und seine Wirkung eine ausführliche Übersicht.
Wir bei Fio Tea empfehlen Kamille besonders am Abend. Sie ist von Natur aus koffeinfrei, und viele trinken sie gern als ruhigen Ausklang des Tages.
Ziehzeit: mindestens sieben Minuten, Tasse abgedeckt. Kürzere Ziehzeiten liefern deutlich weniger Aroma. Wer den intensiven Geschmack abmildern möchte, gibt einen Teelöffel Honig hinzu, dazu gleich mehr.
Ingwertee: Scharfe Wärme aus der Wurzel
Ingwer brennt auf der Zunge. Das klingt nach einer gewagten Wahl. Ist es aber nicht.
6-Gingerol und 6-Shogaol, die beiden wichtigsten Scharfstoffe des Ingwers, sorgen für das typische Prickeln im Mund. Shogaole entstehen vor allem beim Trocknen und Erhitzen, weshalb getrockneter Ingwer oft schärfer schmeckt als frischer. Die Schärfe hinterlässt ein angenehm warmes Gefühl, das gerade an frostigen Tagen beliebt ist.
Noch ein Aspekt, den wenige kennen: Ingwer kam schon in der Antike über die Gewürzrouten aus Asien nach Europa und war im Mittelalter ein Luxusgut. Ein Pfund Ingwer kostete zeitweise so viel wie ein Schaf. Mehr über Inhaltsstoffe und Geschichte erfahren Sie im Artikel über Ingwertee und seine Wirkung.
Zubereitung: Drei bis vier dünne Scheiben frischen Ingwer in 300 ml Wasser zehn Minuten köcheln lassen. Überbrühen reicht nicht, das Köcheln löst die Scharfstoffe besser heraus. Zitronensaft und Honig dazu, in kleinen Schlucken trinken.
Pfefferminztee: Kühle Frische in der warmen Tasse
Heiß getrunken und trotzdem kühl. Das ist das Besondere an der Pfefferminze.
Menthol, der wichtigste Bestandteil des ätherischen Öls, spricht die Kälterezeptoren im Mund an und erzeugt ein Frischegefühl, obwohl der Tee heiß ist. Dieser Kontrast macht Pfefferminztee zu einem der beliebtesten Kräutertees in Deutschland. Die Pfefferminze (Mentha x piperita) ist eine natürliche Kreuzung aus Wasserminze und Grüner Minze und wurde im 17. Jahrhundert in England erstmals beschrieben. Unsere Kunden fragen Pfefferminztee in der kalten Jahreszeit so häufig nach wie kaum einen anderen Tee. Hintergründe zu Herkunft und Inhaltsstoffen liefert unser Artikel über Pfefferminztee und seine Wirkung.
Pfefferminztee zubereiten: heiß aufbrühen, fünf Minuten mit Deckel ziehen lassen. Den ersten Schluck langsam nehmen und das kühle Aroma bewusst wahrnehmen.
Nicht für Kinder unter zwölf Jahren geeignet: Das enthaltene Menthol ist für kleine Kinder zu intensiv.
Honig: Kein Tee, aber der perfekte Partner
Einen Teelöffel Honig in den Kräutertee: Für viele gehört das an kalten Tagen einfach dazu.
Honig bringt nicht nur Süße, sondern auch ein eigenes Aroma mit. Ein heller Akazienhonig bleibt dezent im Hintergrund, ein kräftiger Waldhonig gibt Salbei und Ingwer eine malzige Tiefe, und Lindenblütenhonig passt wunderbar zu Kamille. Manuka-Honig aus Neuseeland stammt vom Nektar des Südseemyrtenstrauchs und schmeckt herb, fast karamellig.
Wichtig: Den Honig immer in leicht abgekühlten Tee rühren. In sehr heißem Wasser verfliegen die feinen Aromen des Honigs, und hochwertiger Honig verliert seinen Charakter. Kein kochendes Wasser also, kurz warten, dann einrühren. So schmeckt der Tee runder und der Honig kommt besser zur Geltung.
Richtig zubereiten macht den Unterschied
Die falsche Zubereitung macht aus gutem Tee einen faden Aufguss. Vier Regeln:
Kochendes Wasser. Kräutertees brauchen 100 °C, um ihre ätherischen Öle und Gerbstoffe freizusetzen. Lauwarmes Wasser produziert nur gefärbtes Wasser ohne Aroma.
Abdecken. Die ätherischen Öle verdampfen mit dem Wasserdampf, wenn die Tasse offen steht. Ein Unterteller reicht als Abdeckung völlig aus.
Mindestens fünf Minuten ziehen lassen. Bei Salbei und Kamille lieber sieben bis zehn Minuten. Ein intensiver Geschmack ist kein Problem, sondern ein gutes Zeichen.
Frisch aufgießen statt stehen lassen. Lieber mehrmals am Tag eine frische Tasse zubereiten als eine Kanne stundenlang warmhalten. Kräutertee, der zu lange steht, wird flach oder bitter.
Und noch ein Tipp aus unserer Erfahrung im Teehandel: Probieren Sie Mischungen. Salbei mit Zitronenmelisse, Kamille mit einem Hauch Lavendel oder Ingwer mit Zitronenschale ergeben ganz neue Geschmackserlebnisse. Das ist nach unserer Einschätzung die schönste Art, Kräutertees neu zu entdecken.
Bei Beschwerden: ärztlichen oder apothekerlichen Rat einholen
Direkt gesagt: Tee ist ein Genussmittel und kein Ersatz für ärztliche Hilfe.
Wenn Fieber dazukommt, wenn das Schlucken sehr schwerfällt, wenn Beläge auf den Mandeln sichtbar sind oder wenn die Beschwerden nach einigen Tagen nicht nachlassen, ist die Arztpraxis der nächste Schritt. Auch in der Apotheke bekommen Sie eine erste fachliche Einschätzung.
Eine Tasse Tee kann einen grauen Tag gemütlicher machen und schenkt einen Moment der Ruhe. Das ist nicht wenig. Aber sie ersetzt keine Diagnose, das sollte klar sein.
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